Festes Hochdach vs. Klappdach – Was ist die passende Lösung für mich?

Häufig wird Foren diskutiert, welche Vor- und Nachteile feste Hochdächer gegenüber einem Faltdach besitzen und wann zur einen bzw. zur anderen Lösung gegriffen werden sollte. Dabei kommen in verschiedenen Beiträgen viele interessante Gründe zusammen, jedoch möchte ich gerne eine sinnvolle und strukturiere Auflistung der in meinen Augen relevanten Gründe für bzw. gegen ein festes Hochdach für euch bereitstellen.

In dieser Betrachtung setze ich nun allerdings voraus, dass die Entscheidung für eine Raumgewinnung bereits gefällt wurde und nun nicht mehr diskutiert werden muss, ob es überhaupt sinnvoll ist, ein Loch in das Bullidach zu schneiden.

Weiterhin ergibt sich aus dieser Betrachtung automatisch, dass die Vorteile für das Hochdach gleichzeitig als Nachteile für das Klappdach gewertet werden können. Daher wird im Endeffekt nur das feste Hochdach betrachtet, aus dem dann die Bewertung des Faltdaches offensichtlich abgeleitet werden kann.

Nun möchte ich aber beginnen und die Vorteile des festen Hochdaches aufzählen und erläutern. Zunächst kann gesagt werden, dass das feste Hochdach bei Reisen mit vielen Zwischenstopps als enorm angenehme Lösung empfunden wird. Es muss nicht jedes mal das Hochdach aufgefaltet werden, wenn man auf einem Rastplatz oder einem Parkplatz einen Kaffee kochen oder sich umziehen möchte. Dies geschieht mit dem festen Hochdach wirklich mehr als problemlos. Weiterhin ist zu sagen,  dass dieser Raum jederzeit verfügbar ist – das heißt, dass selbst bei heftigstem Regen und stärkstem Sturm die Stehhöhe voll ausgenutzt werden kann. Wer schon einmal längere Zeit an der See verbracht hat, der wird diesen Punkt fast nicht mehr missen wollen. Hier müssen die Kollegen mit den Faltdächern entweder ein Überzug über das Faltdach ziehen oder das Dach komplett einklappen. Das ist bei Regen und Sturm natürlich enorm störend – wenn der Bus schon nicht verlassen werden kann, so möchte man dann zumindest gerne im Stehen Kochen können. Problematisch für die Klappdachfahrer ist hier weiterhin, dass – sobald das Dach einmal nass ist – dieses auch irgendwie getrocknet werden muss. Ansonsten bildet sich schneller Schimmel am Stoff als man möchte. Für Reisen in regnerischere Regionen kann das feste Hochdach also massive Vorteile bringen. Der in meinen Augen wichtigste Punkt ist jedoch der dauerhaft zu Verfügung stehende Stauraum. Wenn man mit Fahrrädern, Klettersachen, Decken und allen anderen netten Platzdieben unterwegs ist, wünscht man sich, da Dach wäre doppelt so groß. Gerade sperrige Gegenstände wie Decken, Klapptische usw. können perfekt im Hochdach verstaut werden. Klar, kann das Faltdach auch mit einem Jetbag erweitert werden – dafür muss man dann aber bei Regen irgendwie auf das Dach krabbeln und Klamotten raus räumen – daher ist es in meinen Augen unumgänglich, mit viel Material bzw. ab zwei Kindern einen Bus mit festem Hochdach zu wählen.

Nach dieser Lobeshymne auf das Hochdach möchte ich allerdings die nicht zu verachteten Nachteile nicht vorenthalten. Zum einen ist es einleuchtend, dass das Hochdach nicht gerade dazu beiträgt, besonders treibstoffsparend zu fahren. Durch die große Stirnfläche und der damit einhergehende Anstieg der aerodynamischen Reibung kann der Verbrauch im Vergleich zum Bus mit Faltdach um einen Liter pro hundert Kilometer mehr betragen. Weiterhin ist der Bulli (insofern keine besonderen Fahrwerksmodifikationen durchgeführt wurden) enorm seitenwindanfällig. Bei Überfahrten von Brücken erzeugt dies nicht selten das Gefühl, einen halben Meter auf der Fahrspur hin und her zu springen. Das Fahrzeug fühlt sich insgesamt enorm schwammig und undefiniert an. (Dem kann jedoch durch angepasste Wahl von Federn, Dämpfern und Stabilisatorenanpassung entgegengewirkt werden. Das ist allerdings ein schönes Thema für einen neuen Blogeintrag!). Der größte Nachteil der sich für mich jedoch ergibt ist die Tatsache, dass der Bus eben 2,70m hoch ist. Damit passt er in fast keine private Garage oder teilweise sogar nicht in Werkstätten. Dadurch werden das Handling und die Reparaturmöglichkeiten natürlich enorm eingeschränkt. Gerade in Städten oder “unsicheren” Regionen wünscht sich doch so manch einer, den Bus in einer Tiefgarage abzustellen. Dies ist mit dem Hochdach-Bulli natürlich in keinster Weise möglich.

Wie man sieht, gibt es schon eine argumentative Grundlage, auf die man sich hier berufen kann. Letztendlich muss jeder seine Prioritäten nach seinen Wünschen anpassen – sodass sich daraus, in Verbindung mit den oben genannten Punkten, letztendlich eine Kauf- bzw. Erweiterungsentscheidung fällen lässt.

 

 

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